Unternehmen sind verpflichtet eine landesspezifische Notrufnummer in ihren Sicherheitsdatenblättern (SDB) anzugeben und Informationen zu ihren gefährlichen Gemischen an die mit der Entgegennahme der Informationen über die gesundheitliche Notversorgung beauftragte Stelle nach Artikel 45 CLP zu übermitteln.

Nach Artikel 45 CLP ernennen Mitgliedstaaten eine Stelle, die dafür zuständig ist, Informationen von Importeuren und nachgeschalteten Anwendern, die ein gefährliches Gemisch in Verkehr bringen, entgegenzunehmen, die insbesondere für die Angabe vorbeugender und heilender Maßnahmen, vor allem in Notfällen, von Belang sind.

Für Luxemburg übernimmt das belgische Giftinformationszentrum diese Aufgabe (Centre Antipoison Belge/Belgisch Antigifcentrum). Unternehmen, die gefährliche Gemische in Luxemburg auf den Markt bringen, müssen daher eine Meldung beim belgischen Giftinformationszentrum einreichen. Das Zentrum bietet Unternehmen darüber hinaus auch die Möglichkeit, nicht-gefährliche Gemische zu melden.

Auf der Website des belgischen Giftinformationszentrums gibt es einen separaten Bereich für Unternehmen, die eine Meldung für Luxemburg einreichen möchten. Inhalt und Format müssen den Anforderungen des belgischen Zentrums entsprechen. Eine Meldung umfasst das Sicherheitsdatenblatt (SDB), das CLP-Kennzeichnungsetikett, die genaue Zusammensetzung des Gemischs und ein online verfügbares Meldeformular in MS Excel-Format. SDB und Etikett müssen in Luxemburg in Französisch oder Deutsch zur Verfügung gestellt werden. Wenn mit der Meldung an das Giftinformationszentrum SDB und Etikett in deutscher Sprache eingereicht werden, wird empfohlen, beide freiwillig zusätzlich auch in Englisch einzureichen.

Weitere Informationen zum belgischen Giftinformationszentrum finden Sie hier.

Nach Anhang II REACH (geändert durch Verordnung (EU) 2015/830) ist eine Notrufnummer in Abschnitt 1.4 des Sicherheitsdatenblatts anzugeben. Gibt es in dem Mitgliedstaat eine öffentliche Beratungsstelle, so ist deren Telefonnummer zu nennen, was ausreichend sein kann.

Für gefährliche Gemische, die in Luxemburg auf den Markt gebracht werden, lautet die in Abschnitt 1.4 des SDB anzugebende Notrufnummer (+352) 8002 5500. Sie kann im SDB angegeben werden sobald die notwendigen Informationen dem Giftinformationszentrum zur Verfügung gestellt wurden (siehe oben). Unter dieser kostenlosen Rufnummer erreicht man rund um die Uhr das belgische Giftinformationszentrum, wo Experten alle Frage rund um Notfälle mit gefährlichen Chemikalien beantworten.

In dem Bereich der ECHA-Website, der Informationen zu den nationalen REACH, CLP und Biozid-Helpdesks auflistet, finden sich auch Links zur Notrufnummer und den öffentlichen Beratungsstellen der einzelnen Mitgliedstaaten.

In Luxemburg wird Artikel 45 CLP durch Artikel 10 des Gesetzes von 16. Dezember 2011 (Paquet REACH) umgesetzt. Die Rolle als Stelle nach Artikel 45 CLP zur Entgegennahme von Informationen zu Gemischen wird von Artikel 10(1) zunächst dem Gesundheitsministerium zugewiesen. Am 2. Juni 2015 haben Luxemburg und Belgien eine Kooperationsvereinbarung mit dem belgischen Giftinformationszentrum unterzeichnet, basierend auf Artikel 10(4) des Gesetzes vom 16. Dezember 2011. Seitdem ist das belgische Giftinformationszentrum für alle gefährlichen Gemische, die in Luxemburg auf den Markt gebracht werden, die Stelle zur Entgegennahme von Informationen nach Artikel 45 CLP.